"Nord-Licht" Kultur- und Bildungsverein e.V. in Französisch Buchholz
"Nord-Licht" Kultur- undBildungsverein e.V.in Französisch Buchholz

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Gemeinsam zu den Buchholzer Festtagen
Bilder Detlev Enneper

Ein Senator mitten unter uns
 

Auf Einladung des Kultur- und Bildungsvereines Nordlicht e.V. in Französisch Buchholz hatten die Buchholzer am 12. Juni  die Möglichkeit, den Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, in angenehmer und aufgeschlossener Atmosphäre ganz persönlich zu erleben und kennenzulernen.

Dabei erfuhren sie auch, dass der Senator vor Jahren ein begeisterter Sänger in einem Vokalquintett war und dass diese Art Musik zu machen für seinen Lebensunterhalt jedoch nicht ausreichte.
Warum er seit Monaten der beliebteste Berliner Politiker ist, konnte er so recht auch nicht erklären, formulierte es jedoch so: „ Das muss wohl etwas zu tun haben mit den Ansprüchen die ich an meine Arbeit und an mich selbst stelle. Außerdem sollte man Umfragen nicht so ernst nehmen“.
Viel wichtiger war ihm, hervorzuheben, welch großes Engagement es erfordert, die etablierte Kultur in Berlin  mit ihren drei Opernhäusern, den vielen Theatern und Museen in jeder Hinsicht zu fördern und zu unterstützen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass aufstrebende Künstler genügend und bezahlbare Arbeit- und Proberäume erhalten. Dabei verglich er seine tägliche  Arbeit schon mal mit der eines kulturellen Immobilienmaklers.
In zweieinhalb Jahren seiner Tätigkeit als Kultursenator hat sich viel getan: Die Volksbühne hat eine neuen Intendanten, für Musiker und Schauspieler wurden Mindesthonorare und Mindestgagen vereinbart, die Anzahl der festangestellten Lehrkräfte an den Musikschulen wurde auf 20% erhöht und vieles mehr.


Der Einblick in die Berliner Kulturszene an diesem Abend war tief und sehr persönlich obendrein. Eine gelungene Veranstaltung in Französisch Buchholz.

 

Text & Bild: Karin und Dieter Klengel

Zwischen America First und Seidenstraße 


Unter diesem Thema fanden sich Politik-Unverdrossene am 29.04.19 zu einer von Dieter Klengel  (NordLicht e.V.) moderierten Podiumsdiskussion anlässlich der bevor-stehenden Europawahl mit unseren Gästen Barbara Oertel (Ressortleiterin Ausland der taz) und Heiner Bremer (Journalist, RTL- und n-tv Fernsehmoderator) im
Amtshaus Buchholz zusammen.
 

Ausgehend von einer kurzen Darstellung der Situation nach Ende des Kalten Krieges und der Öffnung der Grenzen, als mit der EU eine Europäische Wertegemeinschaft mit dem Ziel eines geeinten Europas mit freiem Grenzverkehr geschaffen wurde, verwiesen die Referenten auf die aktuelle Gefahr eines zerfallenden Europas, das zwischen USA und China zerrieben werden könnte.

Insbesondere Heiner Bremer wandte sich jedoch vehement gegen „Horrorszenarien“ und betonte, dass es mit der zunehmenden Wahrnehmung der EU als Wertegemeinschaft und konstruktiven Kräften, die sich für die Entwicklung einer Sozialunion mit abnehmendem sozialen Gefälle, insbesondere aber auch die Bestätigung von Heimatgefühlen einsetzen und die Bürger mitnehmen, sehr positive Ansätze gibt.

Frau Oertel berichtete beispielhaft von Erfahrungen hinsichtlich der  Integration Osteuropäischer Staaten, insbesondere dem Gefälle in der Arbeitsproduktivität und Versäumnissen der EU, z.B. in Rumänien und Bulgarien, wo Brüssel z.T. keine Kontrolle/Rechenschaft über die verwendeten Mittel eingefordert hat. Eine europäische Lösung müsse für die Bürger nachvollziehbar Korruption und Verschwendung von Steuergeldern ausschließen.

Entsprechend der Brisanz des Themas verlief auch unsere Podiumsdiskussion zeitweilig kontrovers. So sprach sich Herr Bremer vehement gegen die Tendenzen einer  Transferunion aus, mit der Konsequenz notfalls Herrn Orbans Ungarn aus der EU zu entlassen.

In zahlreichen fundierten Publikumsbeiträgen und -fragen kam das große Interesse am Thema zum Ausdruck. Z.B. wurde an einigen Beispielen darauf verwiesen, dass die Gestaltung der EU aufgrund der Komplexität im „Orbit der EU“ logischerweise eine Vielzahl von Problemen beinhaltet. Unzweifelhaft gibt es für alle Mitgliedsstaaten Vorteile und auch konkret für Pankow, wie der Moderator mit Hinweis auf die EU-Förderung des Max-Delbrück-Zentrums im Klinikum Buch betonte.
Eine Besucherin verwies mit Stolz auf Ihre Enkel und den Sohn, der sich selbst als „pankower Weltbürger“ bezeichnet.

Auf die Frage des Moderators zur Bewertung der NATO innerhalb der EU verwies Frau Örtel, dass einige baltische Staaten aktuell ein Bedrohungsgefühl gegenüber Russland haben, dass man zur Kenntnis nehmen müsse.


Heiner Bremer versuchte den aktuellen Stand der deutschen Aussenpolitik mit dem Satz zu charakterisieren „Zur Zeit haben wir zwar einen sehr smarten Außenminister aber leider keine Außenpolitik!“ Er ging auch auf aktuelle rechtspopulistisch-nationalistische Strömungen ein,  die versuchen, eine entsprechende  Koalition in der EU zu schmieden, um als „Rattenfänger“ verunsicherte Bürger zu fangen. 

Er hebt besonders hervor, dass man den Menschen in Zeiten der Globalisierung zugestehen müsse,  ihre Sehnsucht nach Geborgenheit zu befriedigen. Es gehe darum, dass die EU in keiner Weise nationale Identitäten zerstört, sie die Menschen aber für eine geeinte Wertegemeinschaft gewinnen wolle. 

Migration wird eher zunehmen, gemäß Frau Oertel  insbesondere auch aufgrund der Klima-entwicklung. Sie verwies auf vielfach noch ungenutzte Qualifizierungs- und Integrationsmöglichkeiten für Migranten,  z.B. im Gesundheits- und Pflegebereich.
Eine Besucherin würdigte den hohen Anteil gut integrierter Rumänen und Bulgaren, die trotz ihres wirksamen Beitrags zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland nicht die entsprechende Anerkennung der Bevölkerung erhalten.

Heiner Bremer betonte, dass die Seidenstraße begrüßenswert ist, wenn es keine Einbahnstraße zugunsten Chinas wäre. Deshalb hat die EU nur als etablierte Wirtschaftsmacht eine Chance zwischen den Mächten.


Der Hinweis des Moderators, dass unsere Gäste zwar keine Politiker sind und es wohl auch nicht werden wollen, zum Thema aus verschiedenen Sichten sehr gut informiert sind, fand allgemeine Zustimmung und der herzliche Dank an sie ebenso.


Ein Ergebnis des Abends ist sicher, dass die Besucher Ihre Wahlentscheidung um einige sachliche Argumente bereichert treffen können.

 

Text & Bild: H²O

 

„Mein Name ist Hase“ – Kurioses und Schauerliches aus der Kriminalgeschichte

Unser Gast am Abend des 20.März 2019 war Prof. Dr. sc. jur. Frank-Rainer Schurich.  Er ist Diplomkriminalist, bekennender Sherlock Holmes Fan und lehrte Kriminalistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1994 ist er freier Autor, Berater und Privatdozent und seit 2015 mit Remo Kroll Mitherausgeber der Schriftenreihe Polizei im Berliner Verlag Dr. Köster.

Überwiegend aus Fällen seines im gleichnamigen Verlag erschienenen Buches „Mein Name ist Hase“ gestaltete er einen außerordentlich kurzweilig-interessanten Abriss der Kriminalgeschichte.

Kaum ein Zuhörer mag gewusst haben, dass der  Urheber dieser geflügelten Worte der 1834 in Jena geborene Dr. jur. Victor Hase war und sie mit einem kleinen historischen Kriminalfall verbunden sind.

Prof. Schurichs Gang durch die Kriminalgeschichte führte u.a. zum Dreischläfriger Galgen im Odenwald, der Todesstrafe durch Elefantentritt  in Indien, das begrabene Plättbrett von 1848, den Fall  Lindberg 1932, Wahrsager u.a. Scharlatane als Kripo Hilfe z.B. Lehrer Drost, die anthropologische Kriminalitätstheorie von Cesare Lombroso vom „ geborene Verbrecher“, die Steglitzer Schülertragödie, an Zündhölzern nagende Mäuse als Brandstifter und den Postraub am Spreekanal von 1977.

Prof. Schurich ging auch kurz auf aktuelle Probleme der Verbrechensbekämpfung, die teilweise Strafunrechts-pflege in der aktuellen Justizlandschaft, gerichtliche Fehlurteile und  insbesondere den erforderlichen Einsatz gegen die Tendenz der  Entprofessionalisierung der Polizei ein.
Die wissenschaftlichen Grundlagen und praktischen Erfahrungen für eine erfolgreiche Arbeit von Polizei und Justiz sind ausreichend vorhanden.

„Wenn Sie mal unschuldig in Verdacht geraten…ich hole Sie da raus!“ lautete sein Angebot für eher sensible Zuhörer in Anbetracht des im Grunde ernsthaften und leider sehr realen Themas Mord und Totschlag.

So konnten die meisten Besucher wohl auch um einige kriminalistische Einblicke bereichert und beruhigt nach Hause gehen. Und wer ohne Krimi nicht einschlafen kann, erhielt sehr sachdienliche Hinweise auf einschlägig spannende Literatur.

 

Text & Bild: H²O

Sowas kommt von Sowas
und was Besucher davon mitnehmen können


Nach Strippenzug an einem kleinen neuzeitlichen Gimmick  klingt Beethovens „Ode an die Freude“ – mit Schillers Text ein Leitmotiv humanistischen Daseins und Grundrauschen der aktuellen kabarettistischen Gegenwartsbewältigung von Gisela Oechelhaeuser.

Herzliche nachträgliche Gratulation zum 75.Geburtstag und
45 Jahren Kabarett; von ihr kurz überschlagene 18.000 Stunden Bühnenpräsenz.

Plus zwei Stunden kabarettistische Dialektik nur für Mitdenker
am 01. Februar 19 im Amtshaus Buchholz.
Lachen gratis.

 

An sehr aktuellen Beispielen lässt sie uns die zwei
erlebten Utopien nachvollziehen.
In der ersten stand der Mensch im Mittelpunkt,
in der zweiten das Kapital.

Vom Gutmenschen der heute,
entgegen dem Steuerhinterzieher,
fast zu einem Schimpfwort mutiert ist, bis zur Aktionärshauptversammlung 2018 von SIXT mit der Liedvorlage Ode an die Dividende“.

Doch ohne Utopie geht nichts! - Was jetzt? -

 

Und wieder erklingt die „Ode an die Freude“ und der Hinweis auf Sigmund Freud‘s  Lachen als letzter Waffe der Wehrlosen.
 

Aber so weit ist es noch lange nicht. Denn wer lacht zuerst und wer zuletzt?

In Anbetracht manch individueller Verzweiflung zur Lage der Welt  benutzt sie mit Humor Hegels Begriff
des Reichen Pöbels und weckt das Interesse an
seinem Schaffen als Theoretiker universaler Empörung.


Gisela Oechelhaeuser will den aktuellen Dialog, dem ein witzbefördertes Nachdenken vorausgeht:

 „Wir müssen reden!“

Es wird weiter gelacht und
da kommt noch einiges von G.O.

 

Text & Bild H²O

Aktuelle Veranstaltungen

Die Vereinsabende finden an jedem

2. Mittwoch des Monats um 18:00 Uhr im Nachbarschaftszentrum Amtshaus Buchholz

statt (außer Juli/August/Dezember).

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